
Die gleichzeitige Auswahl dieser drei Modelle ist nicht zufällig, da die bei ihrer Konstruktion verwendeten Module weitgehend identisch sind und sich die Unterschiede auf wenige, jedoch gezielte Details beschränken. Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese Unterschiede vernachlässigbar sind.
Dieses Beispiel verdeutlicht, dass bereits vergleichsweise kleine konstruktive Änderungen – etwa der Einsatz eines schwereren Plattentellers oder eine andere Ausführung der Tonarmbasis – die mechanischen und klangrelevanten Parameter eines Plattenspielers signifikant beeinflussen können.

Alle drei Modelle wurden in der ersten Hälfte der 1980er-Jahre produziert. Es handelte sich um eine konstruktiv sehr erfolgreiche Baureihe, die im oberen Bereich des mittleren Segments des Micro-Angebots positioniert war.
Die Plattenspieler sind mit MHX-5F2RVM-Servomotoren ausgestattet, die vom Matsushita-Konzern (Technics) gefertigt wurden.
Das Chassis besteht aus einer MDF-Platte mit aufgebrachtem Naturfurnier. Die Abmessungen betragen 510 × 400 × 50 mm.
Die Tellerachse einschließlich der Lager ist permanent in Getriebeöl getaucht, was einen sehr gleichmäßigen Lauf und eine wirksame Dämpfung gewährleistet (Micro-Patent).



Der BL-51 wurde in den Jahren 1980 bis 1984 produziert und weist ein Gesamtgewicht von etwa 12 kg auf. Der Plattenteller besteht aus Aluminiumdruckguss und hat ein Gewicht von 1.750 g.
Das Modell wurde in zwei Varianten angeboten: als kompletter Plattenspieler mit dem Tonarm MA-701 zu einem Preis von etwa 1.150 DM sowie als reines Laufwerk für rund 900 DM.
Die Tonarmbasis (Mount) besteht aus einer einzelnen MDF-Platte und erlaubt die Montage von Tonarmen mit einer maximalen Länge von 10,5 Zoll.


Ich habe mein Exemplar mit einem selbst entworfenen Tonarm ausgestattet. Dieser besteht aus einem geraden Carbonrohr und ist mit einer ADC-Schnellkupplung versehen. Dadurch ist der Einbau von Headshells verschiedener Hersteller möglich – im Bild gezeigt mit einem Yamaha HF-800.
Die Wahl dieser Konfiguration hatte zwei Gründe:
- Ich wollte die Grenzen der Baugröße ausloten und einen Tonarm mit der maximal möglichen Länge von 10,5 Zoll installieren – das Maximum, das die Abmessungen des Plattenspielers zulassen.
- Dank der ADC-Schnellkupplung können verschiedene Tonabnehmersysteme problemlos eingesetzt und schnell ausgetauscht werden.
Mein Tonarm wurde so konzipiert, dass er ein effektives Massegewicht (TEM) auf dem Niveau von ca. 10–12 g beibehält; im konkreten Fall 12,85 g. (Hinweis für die Zukunft: Ich werde den TEM immer für den Pioneer MC-5 Tonabnehmer angeben, da ich dafür den Algorithmus entsprechend eingestellt habe.)


Der BL-71 wurde als kompletter Plattenspieler angeboten und war mit dem Tonarm MA-705 ausgestattet. Wie auf den Fotos zu erkennen ist, wirkt der Arm zunächst bullig und schwer – dies entspricht jedoch nicht der tatsächlichen physikalischen Beschaffenheit.
Der MA-705 besteht aus Titan und erreicht trotz seines „massiven“ Aussehens ein erstaunlich niedriges effektives Massegewicht (TEM) von 8–9 g. In Kombination mit dem H-808x-Headshell entsteht dadurch eine sehr ausgewogene und dynamische Tonarmkonstruktion.
Zusätzlich ermöglicht eine Aluminium-Unterlegscheibe unter der Plattellerachse den Einbau eines dickeren, 3.300 g schweren Aluminium-Druckgussplattentellers, wodurch eine deutliche Verbesserung gegenüber dem BL-51 erzielt wird (unten rechts im Bild dargestellt).


Der BL-77 wurde ebenfalls als Laufwerk mit der Standardbasis A-1201 angeboten. Mein Exemplar stammt aus Japan (bisher habe ich nur diese Versionen gesehen, obwohl es keine offizielle Bestätigung gibt, dass das Modell ausschließlich für den japanischen Markt produziert wurde). Ich habe den Plattenspieler selbst auf 230 V umgebaut.
Wie beim BL-71 nutzten die Micro-Konstrukteure denselben „Trick“ mit einer Unterlegscheibe unter der Plattellerachse, wodurch erneut der Einbau eines 3.300 g schweren Aluminium-Druckgussplattentellers möglich ist. Ich habe auch Exemplare mit gedrehten (nicht gegossenen) Aluminiumplattentellern gesehen, die ein Gewicht von 3.750 g aufweisen. Dieses Angebot an Plattentellern ist für diese Art von Plattenspielern durchaus bemerkenswert.




Bei allen drei Modellen sind MSB-8-Füße aus Kunststoff verbaut, die eine stufenlose Höhenverstellung von etwa 10 mm ermöglichen. Die Füße sind mit Gummidämpfern ausgestattet, um Vibrationen zu reduzieren.
Aufgrund zunehmender Probleme bei der Beschaffung der Originaldämpfer verwende ich erfolgreich selbstgebaute Membranabsorber, bestehend aus zwei Gummisorten: einer harten Membran und einer weicheren Gummischicht an der bodenseitigen Auflage. Diese Konstruktion gewährleistet eine effektive Entkopplung der Plattenspieler vom Untergrund.


In meiner Konfiguration habe ich verschiedene Tonarme getestet. Am besten passt für mich erneut ein 10,5-Zoll-Tonarm aus eigener Fertigung, der dem Tonarm des BL-51 sehr ähnlich ist. Dieser erreicht ein effektives Massegewicht (TEM) von 13,25 g.


Der BL-51 gehört zu den bekanntesten Micro-Plattenspielern seiner Zeit, vergleichbar mit dem DD-8 innerhalb der Direktantriebsreihe. Die Konstruktion zeichnet sich durch ein MDF-Chassis mit Naturfurnier, einen Aluminium-Druckgussplattenteller (1.750 g), eine Tonarmbasis für bis zu 10,5-Zoll-Arme und MSB-8-Füße mit stufenloser Höhenverstellung aus. Der Plattenteller läuft auf permanent geölten Lagern, wodurch eine sehr gleichmäßige Drehzahl erreicht wird.
Die Modelle BL-71 und BL-77 bauen auf ähnlichen Prinzipien auf, unterscheiden sich jedoch durch:
- Tonarm: BL-71 mit MA-705 (Titan, TEM 8–9 g); BL-77 mit optionalem 10,5-Zoll-Tonarm (TEM variabel, bei Eigenbau z. B. 13,25 g).
- Plattentellergewicht: 3.300 g Aluminium-Druckgussteller standardmäßig, optional 3.750 g gedrehter Aluminiumteller bei BL-77.
- Füße/Dämpfung: gleiche MSB-8-Basis, optional selbstgebaute Membranabsorber für verbesserte Entkopplung.
- Tonarmmontage: Standardbasis A-1201 bei BL-77; BL-71/BL-51 verwenden fest integrierte Montagemodule.


