Micro Seiki DD-8 (German)

Diesmal zum Ausgleich etwas mit Direktantrieb: der DD-8. Er kam 1977 auf den japanischen Markt. Dank seines sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses war er weit verbreitet und lässt sich dem oberen Segment der Mittelklasse zuordnen. In Europa und den USA wurde dieses Modell nicht offiziell verkauft. Ab Werk war der DD-8 mit einer Spezialversion des MA-505-Tonarms ausgestattet, für die die Tonarmbasis eigens überarbeitet wurde. Auf manchen Abbildungen ist der DD-8 jedoch auch in Kombination mit anderen Tonarmen zu sehen.

Angetrieben wird der Plattenspieler von einem soliden 24-Segment-PLL-Quarz-Direktantriebsmotor des Typs MC-936 B, geliefert von JVC Victor. Derselbe Motor kam auch im Micro DQX-500 zum Einsatz.
Das Chassis misst 510 × 410 × 50 mm und besteht aus drei Lagen MDF Platte . Das Gesamtgewicht beträgt 14,5 kg. Der Verkaufspreis lag 1977 bei etwa 100.000 JPY.

Wie bereits erwähnt, war der Plattenspieler ausschließlich für den japanischen Markt bestimmt. Für die glücklichen Besitzer dieses Modells außerhalb Japans ergibt sich daher ein klassisches Dilemma: Soll der Transformator ersetzt werden, oder verwendet man einen vorgeschalteten Spannungswandler?

Persönlich bevorzuge ich die erste Lösung. Im Fall des DD-8 ist dies ein vergleichsweise einfacher Eingriff, der in der Auswahl eines kompatiblen Transformators sowie geringfügigen Anpassungen an der Netzteilplatine besteht.

Alternativ bietet sich eine Art „Zwischenlösung“ an: die Anpassung der Primärwicklung des originalen Transformators. Diese Variante dürfte sowohl „Orthodoxe“ als auch „Reformer“ zufriedenstellen.

Ich habe drei Exemplare dieses Plattenspielers in meiner Sammlung. Die mit DD-8 gekennzeichnete Standardversion ist ab Werk mit einem MA-505-Tonarm ausgestattet (siehe: Micro-Tonarme – dynamisch ausbalanciert – MA-505) und wurde mit einem Plattenteller aus Zinkgusslegierung geliefert. Trotz seiner relativ flachen Bauform bringt der Plattenteller ein Gewicht von 3.250 g auf die Waage.

Die DD-8 Z-Version unterscheidet sich nicht wesentlich von der Standardversion. Sie wurde als reines Laufwerk mit einer universellen Aluminiumbasis angeboten, die für die Montage von 9-Zoll-Tonarmen geeignet ist. Wie auf den Bildern zu sehen ist, habe ich dieses Exemplar mit einem CF-1-Tonarm ausgestattet (9 Zoll, dynamisch ausbalanciert).





Am wenigsten verbreitet ist die Version DD-8 X, die sich deutlich von den beiden anderen Ausführungen unterscheidet. Das Netzteil ist hier ausgelagert und in einem separaten Gehäuse untergebracht – eine Lösung, die auch bei höher positionierten Modellen wie dem DD-100 sowie in der DQL- und DDL-Serie zum Einsatz kam.

Der Plattenteller ist optisch identisch, unterscheidet sich jedoch geringfügig im Gewicht.

Bei meinem Exemplar ist – wie auf den Bildern zu sehen – ein MA-303-Tonarm montiert (9 Zoll, statisch ausbalanciert). Weitere Informationen zum Tonarm finden sich unter: Micro-Tonarme – statisch ausbalanciert – MA-303.

Aus technischer Sicht stellt der DD-8 eine sehr ausgereifte Konstruktion dar. Das Laufwerk ist mechanisch stabil aufgebaut und kombiniert einen quarzgeregelten Direktantrieb mit einem groß dimensionierten, präzise gefertigten Plattenteller aus Zinkgusslegierung, der durch sein hohes Eigengewicht zur wirksamen Dämpfung von Gleichlaufschwankungen und Resonanzen beiträgt.

Die Fertigungsqualität ist durchweg hoch, sowohl hinsichtlich der mechanischen Ausführung als auch der elektrischen Komponenten. In Verbindung mit dem leistungsfähigen Antriebskonzept ergibt sich ein präzises und laufruhiges System mit einem für seine Klasse sehr günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die im Laufe der Zeit angebotenen unterschiedlichen Versionen des DD-8 dokumentieren die konstruktive Flexibilität und das technische Potenzial der Plattform. Innerhalb dieser Baureihe stellt die DD-8 X-Version mit ausgelagertem Netzteil die technisch aufwendigste, zugleich seltenste und heute begehrteste Ausführung dar.