
Der Solid 5 ist, wie der Name vermuten lässt, ein solider Plattenspieler aus der Mittelklasse von Micro Seiki. Trotz seines unscheinbaren Äußeren bietet er zahlreiche Details und Lösungen, die man bei der Konkurrenz oft vermisst.


Der Solid 5 wurde von 1974 bis 1976 nicht nur für den japanischen Markt, sondern auch für den europäischen und amerikanischen Markt produziert und war mit dem soliden, statisch ausbalancierten Tonarm MA-303 ausgestattet. Weitere Informationen zum Tonarm finden Sie unter Micro Seiki – Tonarme: Statisch ausbalanciert – MA-303.

Das Chassis misst 466 × 342 × 142 mm und besteht aus einer MDF-Platte mit einer darüber verleimten 6 mm starken Sperrholzplatte, belegt mit Naturfurnier. Insgesamt ist die Bauweise sehr hochwertig verarbeitet; das Gewicht liegt bei ca. 9,5 kg. Auf dem europäischen Markt kostete der Plattenspieler zu jener Zeit rund 1000 DM, was die hohe Materialqualität und Verarbeitung belegt.


Der Motor des Matsushita-Konzerns (MGS-12A, DC 12 V) fungiert als Doppelmotor-System: Im Gehäuse befindet sich neben dem Hauptmotor ein zusätzlicher Mini-Servomotor, der die Drehzahl regelt und insbesondere Gleichlaufstörungen reduziert. Die Gleichlaufschwankungen liegen bei 0,035 % WRMS oder niedriger. Zusätzlich ist der Motor mit einem Thermostat zum Schutz vor Überhitzung und einem Ferritmantel zur verbesserten Wärmedissipation ausgestattet.


Die Plattentellerachse läuft in einer Bronzehülse, ruht unten auf einer Metallkugel, und das gesamte System ist mit Mineralfett geschmiert.


Und nun noch ein wenig zu den oben erwähnten “Extras”
- Mini-Wasserwaage: Integrierte Präzisionspegel zur Nivellierung des Plattenspielers auf der Aufstellfläche, reduziert Abtastfehler durch Setzverzug und Bodenunebenheiten; ermöglicht genaue Horizontal-Referenz für Nyquist-/Rausch-Optimierung beim Tracking.
- Verkabelung: Kapazität unter 50 pF pro Leitung (LC-Schirmung optional), um Phasenverschiebungen und Hochfrequenzstörungen zu minimieren; kompatibel mit Quadraphon-Systemen (CD-4) von RCA in Zusammenarbeit mit JVC/Victor; geringe Lading benötigt externe Impedanzanpassung (z. B. 47 kΩ Eingangsimpedanz, passende Abtastkopf-/Verstärkerkette).
- Quadraphon-CD-4-Unterstützung: Entscheidende Voraussetzung ist eine saubere, niederohmige Firmware/Schaltung am Abtaster sowie eine korrekte Kanalzuordnung; Verkabelung mit geringer Kapazität reduziert Delays und Übersprechen zwischen Front-/Rear-Kanälen.
- Antriebsriemen: Ursprünglich Neopren statt Gummi; Neopren bietet geringere Dehnung bei steigender Betriebstemperatur und bessere dimensionsstabile Frequenzkoordination; bei Austausch auf Material mit ähnlicher Thermostabilität achten; Temperaturkoeffizient und elastische Relaxation berücksichtigen (Dämpfungsverhalten, Flankensteilheit des Drehzahlsignals).


Fazit: Der Solid 5 wirkt auf den ersten Blick unauffällig , erfüllt jedoch als solider Plattenspieler die Erwartungen eines mittelklassigen Plattenspieler im Hinblick auf Haltbarkeit und Reproduktionsgenauigkeit. Er positioniert sich im Segment der direkt angesteuerten Plattenspieler wie Micro DD-5 und DD-6 , setzt sich aber durch eine robuste Bauweise, präzise Fertigungstoleranzen und hochwertige Materialien gegenüber der Konkurrenz ab. Die Kombination aus starker Motor- bzw. Antriebsstabilität , stimmig ausbalancierten Tonarmen (MA-303) und langlebigen , Bauteilen trägt maßgeblich zu einer reproduktionsnahen Wiedergabe bei und rechtfertigt die Gesamtbaugruppe als langlebige Investition im Mittelklassebereich.


