Micro Seiki MD-100 (German)

Etwas für Heimwerker?

Module zum Bau des MD-100

Der MD-100 erschien 1976 auf dem japanischen Markt, kurz nach der Premiere des Micro Seiki DD-100.
Das System bestand im Wesentlichen aus vier Modulen sowie einem Plattenteller, die zusammen ein hochpräzises Laufwerk bildeten.

Die einzelnen Komponenten waren:

  • Steuereinheit (Power Supply): Eine ausführliche Beschreibung dieses Moduls finden Sie im Artikel über den Micro Seiki DD-100.
  • Terminal: Mit mehrpoligen Buchsen ausgestattet, diente es zur Verbindung aller Module untereinander.
  • Schaltermodul: Ermöglichte die Bedienung und Steuerung der verschiedenen Funktionen.
  • Motor: Hochpräziser Direktantriebsmotor, verantwortlich für die stabile und gleichmäßige Rotation des Plattentellers.



Darüber hinaus konnten auch Module anderer Micro-Seiki-Plattenspieler problemlos in das MD-100-Projekt integriert werden. So ließen sich beispielsweise die Scharniere des BL-91L oder der DDL-60-Serie verwenden. Auch die Füße der Typen MSB-8 oder MSB-100 passten ohne Anpassungen. Als Basen (Mounts) eigneten sich Modelle der ASB-Serie sowie später auch der A-1200-Serie.

Zudem konnten praktisch alle gängigen 12-Zoll-Universaltonarme auf dem Markt ohne Schwierigkeiten montiert werden, was dem System eine große Flexibilität verlieh.
Für Anwender, die eine vollständige Lösung bevorzugten, bot Micro Seiki auch ein fertiges Holzchassis in der „Z“-Ausführung an.







Meine Vision des MD-100

Meine Version des MD-100 misst 670 × 520 × 150 mm und bringt über 32 kg auf die Waage.
Das Chassis ist in einer aufwendigen Sandwich-Bauweise gefertigt, bestehend aus zwei Schichten Spanplatte und einer mittleren Sperrholzlage, was für hohe Stabilität und gute Resonanzdämpfung sorgt.

Zur Befestigung der Abdeckung kamen stabile Scharniere der DDL-60-Serie zum Einsatz, die sich durch ihre Robustheit und präzise Führung auszeichnen.
Die Standfüße sind eine Nachbildung des MSB-100, jedoch mit Gummidämpfern eigener Herstellung ausgestattet.
Den detaillierten Aufbau dieser Füße habe ich im Artikel über das Micro Seiki DDL-150 beschrieben.





Tonarmkonfiguration meines MD-100

Mein MD-100 ist mit zwei handgefertigten 12-Zoll-Tonarmen ausgestattet, die beide in Micro-ASB A-155 Basen (Mounts) montiert sind.

Auf der rechten Seite befindet sich ein Tonarm, dessen Hauptlager aus Komponenten des Micro Seiki MA-11 bzw. Grace G-545 übernommen wurde. Dieser Tonarm besitzt ein schweres Tonarmrohr aus massivem Messing und ist mit einer SME-kompatiblen Kupplung ausgestattet. Die effektive Masse (TEM) beträgt in dieser Ausführung 35,25 g.

Da das Laufwerk auch eine Drehzahl von 78 U/min bietet, habe ich diesen Tonarm gezielt so ausgelegt, dass er sich hervorragend für den Einsatz mit schweren Mono-Tonabnehmern eignet – insbesondere für Systeme, die für Schellackplatten konzipiert sind, wie etwa der Ortofon SPU Mono CG 65 Di Mk.II.





Auf der linken Seite befindet sich ebenfalls ein 12-Zoll-Tonarm, der auf der Basis eines Ortofon-Hauptlagers gefertigt wurde. Das Tonarmrohr besteht aus einer, gepressten Kohlefaser-Röhre und ist mit einem beweglichen Reiter ausgestattet, der eine stufenlose Anpassung der effektiven Masse (TEM) um bis zu 5 g ermöglicht.

Als Inspiration diente hierbei die Lösung der Micro-Seiki-Ingenieure beim MA-707-Tonarm, die ein ähnliches Prinzip zur Feinabstimmung der Masse verwende





Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der MD-100 dank seines modularen Aufbaus und der Kompatibilität mit zahlreichen Komponenten aus anderen Micro-Seiki-Programmen auch einem durchschnittlich begabten Heimwerker eine vergleichsweise einfache Möglichkeit bietet, einen eigenen Plattenspieler zu konstruieren – oder zumindest ein Laufwerk ganz nach den eigenen Vorstellungen zu konfigurieren.